Kuno Roth, begleitet von Christoph Kuhn, gehört im Ganzoni
Am 2.11.2017 las Kuno Roth in der Buchhandlung ‹Ganzoni› (gleich neben dem Spalentor in Basel) aus seinen zwei letzten Gedichtbänden. Er setzte einen Höhepunkt mit Texten aus dem älteren Band ‹Im Rosten viel Neues› (Poesie 21, 2015) wie ‹Was wird nach dem Tode sein› (Gedichtanfang), ‹Begegnungen› (Titel) und ‹Skulptur› (Titel).

Eine seiner Stärken sind die zum Nachdenken anregenden Aphorismen. Eine grosse Auswahl davon sind in seinem neuesten Band ‹Aussicht von der Einsicht› (Poesie 21, 2017) enthalten. Zwei Beispiele für äusserst knapp gehaltene Aphorismen: ‹Rache ist süss. Bitter die Leiche.› Oder: ‹Der Lotto-Schein trügt.›

Einige gelesene Texte stammten ausser aus den angekündigten Werken aus dem Poesie-Band ‹um Wege – Poesie für den Alltag› (Triga-Verlag 2012): ‹Wärst du am Teich gesessen, / hättest du / den Quack / in dir / gehört.›

Mit dem Cellisten Christoph Kuhn hat ein Musiker die Lesung bereichert, welchem der Sinn für Humor in seine Musik fliessen kann. Oft ‹kommentierte› Kuhn einen Aphorismus mit inhaltlich adäquaten Tönen oder Harmonien, die er seinem Cello entlockte. Die in drei Blöcken gehaltene Lesung umrahmte er mit teilweise äusserst erstaunlichen Improvisationen. Bei einer kamen des Schreibenden Ohren nicht mehr nach mit Hören, so schnell – aber immer am Zügel – galoppierte der Bogen über die Saiten eines Cellos.

Danke den beiden Künstlern für den gelungenen Abend und den Veranstaltern, der Buchhandlung Ganzoni und dem Verband der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beider Basel VPB.  Textklopfer PRO LYRICA