das PRO LYRICA FORUM OFK in Luzern
Am Samstag den 16. Januar fand der vierte offene Kreis statt. Wir trafen uns diesmal in Luzern im Haus Leo 15 an der St.-Leodegar-Strasse, das vom Förderverein der Luzerner Hochschulseelsorge gegründet wurde. Das Haus diente über viele Jahrhunderte hinweg schulischen Zwecken und war die perfekte Location für diesen Anlass – fürwahr ein geschichtsträchtiger Ort.

Nach herzlicher Begrüssung mit Kuchen und Kaffee zum Aufwärmen, begannen wir in einem ersten Teil, die mitgebrachten Texte in der Runde vorzutragen. Für das Treffen gab Oliver Füglister das Thema vor, Gedichte zu schreiben, die mindestens ein aber nicht mehr als drei Fremdwörter beinhalten. Die Vielstimmigkeit der Texte war kaum zu überbieten. Witzige, surreale aber auch ernste, dramatische und stimmungsvolle Gedichte sind daraus hervorgegangen, die wir gleich im Anschluss kommentierten und diskutierten. Anregungen und Tipps wurden abgegeben, andere Sichtweisen aufgezeigt, Verbindungen hergestellt und dem dichterischen Prozess ein Gesicht gegeben.

In einem zweiten Teil, nach einer kurzen Mittagspause, stellte Oliver Füglister die Aufgabe, auf ein Gedicht einer Mitautorin oder eines Mitautors Bezug zu nehmen. Die Herausforderung bestand diesmal darin, Form und Inhalt des Gedichts lyrisch zu reflektieren bzw. zu rezensieren. Erstaunlich, die Metaphern und Verweise, Assoziationen und Paradigmen, die durch diese Herangehensweise zu Tage gefördert wurden. Einmal mehr der Beweis, dass die dichterische Tätigkeit nicht im einsamen Kämmerchen stattfinden muss. Mit viel Fingerspitzengefühl und fachlicher Kompetenz führte Oliver Füglister durch den Samstag. Den vierten offenen Kreis erlebte ich mehr als nur gelungen und sehr vielseitig. Die Stimmung war durchwegs locker und die Atmosphäre angenehm inspirierend und auch der Humor kam dabei nicht zu kurz. Das lag aber nicht alleine an der Örtlichkeit, sondern auch an der aktiven Teilnahme aller Lyrikerinnen und Lyriker. Ein echter Austausch sowohl aus dichterischer wie auch aus zwischenmenschlicher Sicht. 

Cornel Köppel

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