PRO LYRICA FORUM OFK tagt in Zürich
Mit Feuer und Herzblut, aber ohne die Einengungen eines institutionalisierten Lehrbetriebes, pflegen einmal jedes Quartal ein gutes Dutzend PRO-Lyrikerinnen und -Lyriker im ‹Offenen Kreis› ihr über alles geliebtes Freizeitvergnügen. Unter fachkundiger und doch kollegialer Anleitung von Oliver Füglister und begleitet von Rolf Zöllig, selber kein musischer Federfuchser, dafür im technischen Bereich beschlagen, um nicht zu sagen mit allen Wassern gewaschen, von der typografischen Gestaltung, zum Verlagswesen, Marketing und was sonst noch zur hohen Kunst gehört, die wir Lyrik nennen. 

Am 9. Juli 2016 fanden wir uns zusammen, wie üblich ein Samstag, diesmal in der SAL Höhere Fachschule für Sprachberufe an der Sonnenbergstrasse in Zürich. Beginn um die zehn Uhr, wie üblich mit familiär herzlicher Begrüssung bei einem aufweckenden Kaffee. 

Oliver sorgt mit kaum spürbarer Konsequenz, dass der Tag nach einem strukturierten Programm abläuft. Es lässt den Teilnehmenden erst einmal reichlich Raum, vorzubringen, was sie am meisten beschäftigt, und dabei die Ansichten und Empfehlungen anderer einzubringen – soweit dies genehm ist. Eine Fülle wertvoller Erfahrungen werden ausgetauscht, beispielsweise über Sinn und Zweck des Lektorierens; Fragen beim Realisieren eines Buchprojektes allgemein, und konkrete Fragen im Zusammenhang mit dem laufenden Buchprojekt der PRO LYRICA (das noch kommenden Herbst gesammelte Arbeiten von fünf bis sechs unserer Autoren an die Öffentlichkeit bringen wird). Der Programmpunkt Kritische Arbeit an eigenen Texten, Analyse der Texte anderer bringt uns auf Stilfragen aller Art; klassische und moderne Formen der Poesie begegnen und beschäftigen uns (wobei das ungenierte Learning-by-doing im KollegInnen-Kreis einen diese Stilkunde auf besonders legere und doch anschauliche Art erleben lässt). Ich freue mich jetzt schon auf unser nächstes Treffen. Nicht zuletzt wegen der Möglichkeit, eigene Texte einmal ohne Nabelschau, sozusagen von aussen her betrachtet, zu sehen.

Edgar Hermann

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