PRO LYRICA FORUM OFK, Treffen Chur
Nach unserem 6. ofk -Treffen in den gediegenen Räumen der Allgemeinen Lesegesellschaft Basel mit dem Thema einer Annäherung und qualitativen Befragung von Bob Dylons Songtexten, fand das 7. Treffen anfang Januar, in der gemütlichen Ambiance eines psychotherapeutischen Praxisraums inmitten von Chur statt, mit Blick auf den besonnten Calanda. Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit dem entsubjektivierten Gedicht, was im Nachgang bereits zu beachtlichen Texten führte. Ein Blick in unser online Forum.

Als Aufgabe zwischendurch, schrieben wir schliesslich ein jeder für sich, einen Rückblick auf das Geschehen an diesem Tag, und lasen uns die Texte gegenseitig vor. Interessant, was bei aller Vielfalt, immer wieder aufeinander traf. Als stimmiges Beispiel, nachfolgend der Gedicht-Bericht von Nora Dubach:

Churer Impressionen

Hypnotisiert in diesen Räumen
das Haus Nummer 16 kann
auch Haus Nummer 20 sein
genügend Zeit zu sinnieren zu schreiben
nach dem suchen und finden
der Klarheit in der Sprache in den Sätzen
es auf den Kern den Punkt bringen
lassen wir menschliche Bedürfnisse zu
uns knurrt vor Hunger der Magen
wir geniessen allerlei Köstlichkeiten
auch Bündner Wein – Danke
Edgars Poesie lässt sich überall erkennen
beim Essen und Trinken
dem Blick aus dem Fenster
Intimität unverhüllt wiedergeben
so verlangt es die neue Subjektivität
sich auf Alltagssprache einlassen
dabei erheben wir lachend die Gläser
unterschwellig Herz und Schmerz
unterbringen
berührt werden ohne Rührseligkeit
die Befindlichkeiten literarisch einfügen
erneut den Appetit durch süsse Verführung
aus Italien stillen

Im Praxisraum einen Aufkleber entdeckt
Deine Erwartung?
Fazit vom Tag
Brauche ich diese Form
was ist ein gutes Gedicht
was macht es aus
gibt es nur eine Richtigkeit
Na dann mal Prost!

PRO LYRICA Forum Offener Kreis, ofk #7 in Chur, 21.1.2017 
Gedicht-Bericht von Nora Dubach

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