Artur Gloor
24.6.1941 in Bern, Ruhestand in Laupen 

Aphorismen 2000 bis 2015, unveröffentlicht
Meine Aphorismen sind Fenster, die begrenzt Ausblick gewähren, die erhaschen lassen, was sich gerade aufdrängt und nicht schon wieder vergessen ist. Beschränkung weckt den Drang, sich hinauszulehnen aus dem Eigenen, nicht allzu weit, nicht bis ins Narrative, aus Angst Redundantem und Unbedeutendem zu verfallen. Ich fühle mich nicht zum Schreiben geboren, auch nicht als Spätgeborener. Als Leser jedoch war ich schon in meiner Schulzeit von Gedichten angetan. Damals liebte ich balladeske Breite, in den wilden 68er Jahren verfiel ich absurden und konkreten Autoren. Ein Lehrerleben machte mich zum Erstleser meiner literarischen Schülerinnen und Schüler. Mit Tagebucheintragungen, Fantasiegeschichten, Zeilengedichten und mit spielerischen Formen wollte ich Mut machen, zum eigenen Text zu finden. Solche Erfahrungen fanden Eingang im Gedichtband ‹Mitten in einen Vers›. In all dieser Zeit fehlten mir Beschaulichkeit, Drang und Mut zum eigenen Schreiben. Dazu kam es tropfenweise erst in meinem Ruhestand. Geblieben ist das Faszinosum gegenüber spielerischen Sprachformen und lyrischer Kürze. Mit dem Bedürfnis, den entstandenen Texten nach einiger Zeit auf die Spur zu kommen, ergab sich die Zuordnung unter die aphoristischen Begriffe Texturen, Definitionen, Bekenntnisse. Ob und wie es mit meinem Schreiben weiter geht, das beschäftigt mich nicht allzu sehr. Ich kenne keinen Schaffensdruck.

Leseprobe Carte blanche

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