Buchbesprechungen, Feedbacks


Niklaus Zemp: Pfleg stets den heitren Sinn.
Neptun Verlag, 2017, 116 S., ISBN 978-3-85820-309-0 


Niklaus Zemps Pflegeanleitung für den heitren Sinn

Ich habe das Buch in einem Zug gelesen, nein, eigentlich in zwei, einmal im Zug und einmal zu Hause im Garten, beides geht, aber besser wär’s noch, Niklaus Zemps Pflegeanleitung für den heitren Sinn längere Zeit in Griffnähe zu haben, hier sich festzulesen, dort ein Schmunzeln zu riskieren oder eine Überraschung, oder in einen Gedanken hineingeschubst zu werden. Mal im Mass der Verse, mal spöttelnd über den, der einen Reim sucht, kommen sie vorbeigezogen, diese pointierten Charakter- und Paarstudien, diese Zeilen mit Haken und Ösen zu mir und dir, zu Mann und zu Frau, zu laut und leise, zu gestern, heute und morgen, zu Traum und dem, was man Wirklichkeit nennt. Niklaus Zemp hat als Journalist und Redaktor, als Theologe und Seelsorger, als Supervisor und Kursleiter sehr vieles gesehen, gehört und hellwach registriert. Eine geballte Ladung an Lebenserfahrung, hätte ich fast geschrieben. Aber das klingt doch zu kriegerisch. Diese Texte sind eher in die Luft geschrieben, ins ‹On-dit› geritzt, mit Zwischenräumen zum Selber-denken, mit Schlaufen und Hintersinn ausgelegt, wie die Schwarz-weiss-Zeichnungen, die die Worte unterbrechen, kontrastieren, akzentuieren, auch sie von Niklaus Zemp. Ich kann das schön gestaltete Buch allen empfehlen, die sich die schlechte Laune verderben lassen wollen (vgl. S. 102). 

Prof. Dr. Christoph Morgenthaler



Davon kann ich nur lernen.

In seinem neuesten Buch ‹Pfleg stets den heitren Sinn› begegnen wir Niklaus Zemp gleich auf dreifache Weise: als Schriftsteller, Dichter und Zeichner! Mit grosser innerer Freiheit und Gelassenheit sieht Niklaus Zemp andere Menschen vor sich. Er schmunzelt, er freut sich und lässt jedem Menschen sein Recht, auf seine Weise zu handeln und glücklich zu sein, oder eben auch unglücklich zu sein. Da kommt kein Urteil dazwischen, nein er lässt jedem das Seine. Doch da ist mehr noch zu spüren: eine Haltung, die sich nährt vom Vertrauen, dass es doch schliesslich mit jedem Menschen gut und in Ordnung kommt. Davon kann ich nur lernen.

Klaus Völlmin


 

Es ist nie zu spät
Heiteres Selbst-erkennen – 115 nach-denkliche Gedichte mit Karikaturen

Pflege stets den heiteren Sinn, denn ich kenne keinen grösseren Gewinn. Dieses aus Lebenserfahrung gewonnene Motto des Autors überträgt sich erkenntnisreich und gewinnbringend auf den mitdenkenden Leser.

Geleitet von Grossmutters weisem Ratschlag: ‹Verspotte nie andere Menschen. Du weißt nicht, warum sie so geworden sind› und Konrad Adenauers Realpolitik: ‹Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt’s nicht› und kombiniert mit langjähriger psychotherapeutischer Erfahrung, wirft Niklaus Zemp einen liebevoll einfühlsamen Klarblick aufs Äussere und ins Innere der Leute.

Selber denken, gibt er zu bedenken, mutig mitzudenken, bis man selbst Anteile entdeckt in den Leuteportraits von einmalig Grossartigen und kleinkarierten Möchtegerns. Wer wissen will – wer bin ich und wer bist du – findet viele Einsichten und Aussichten, dass er nicht jemand Anderer werden soll, sondern nur sich selbst. Nie zu spät, die verbleibende Zeit zu nutzen, Lebens- und Denkblockaden mit Phantasie spielerisch auszutricksen, um so wieder einen ereignisoffenen Alltag zurückzugewinnen. Wags und lies mit Heiterkeit in Gedichtform und mit illustrierenden Zeichnungen vom Autor.

Josef Erdin



Augenzwinkernde Lektüre 
Seinem Spiegelbild begegnen

Niklaus Zemps Gedichte sind etwas Seltenes in der heutigen Lyrikwelt. Witzig und augenzwinkernd, manchmal ein wenig bissig, greifen sie Situationen aus dem Leben auf. In Text und Bild bringt der Autor Leserinnen und Leser mit einem bunten Strauss von Mitmenschen und alltäglichen Erfahrungen in Tuchfühlung›. Ausdrucksstarke Charakterköpfe und Karikaturen beleben die Szenen. Lesen und Hinschauen wecken Sympathie und Verständnis oder je nachdem Distanz zu den skizzierten Figuren. Das Buch lädt dazu ein, Mitmenschen und Lebenswelten offen und manchmal auch ein wenig skeptisch zu betrachten, vor allem aber die bunte Vielfalt des Strausses zu bewundern. Und Vorsicht: Gelegentlich begegnet man dem eigenen Spiegelbild.

Entlebucher Anzeiger und zo-Medien/Anzeiger von Uster


 

Buchbesprechungen Niklaus Zemp, Lyrische Ein- und Aussichten
Neptun Verlag, 2015, 136 S., ISBN 978-3-85820-312-0


Lyrische Ein- und Aussichten, ein Erlebnispfad
Mit ‹Lyrische Ein- und Aussichten› und dem Untertitel Aus dem Leben begriffen hat der Theologe und Psychologe Niklaus Zemp ein Buch herausgegeben, das ganz darauf abzielt, Menschen zu erreichen, sie in ihrem Alltag zu begleiten. Es ist ein Buch voller erlebter Weisheiten und Beobachtungen das den ganzen Menschen erfasst. In Gedichtform gefasste Erfahrungen, die man möglicherweise als Leser selber auch gemacht hat – ohne ihnen weitere Beachtung zu schenken.Diese Gedichtsammlung ähnelt einem Erlebnispfad durch die bunte Lebenswelt nicht nur vom Autor, sondern von jeder Leserin, jedem Leser. 

Auf rund 130 Seiten Verse aus diversen Lebensbereichen, die immer wieder neu den Blick in die nähere und weitere Umgebung zu weiten vermögen. Natur und Mensch bieten eine Vielzahl von Gelegenheiten zum Mitleben und Miterleben, zum Staunen und sich Wundern, zum Mitleiden und sich Mitfreuen, schreibt Niklaus Zemp selber. Das Inhaltsverzeichnis ermöglicht es den Lesenden, dort zuzugreifen, wo gerade Bedarf für ein stilles Überdenken, für eine neue Motivation vorhanden ist, wo man sich auf der Suche nach einem hilfreichen Impuls befindet. Es sind knappe Vierzeiler, manchmal auch etwas längere Texte, auch humorvolle, jedenfalls immer geistreich-witzige Formulierungen, die einen echt überraschen können.  

Arnold B. Stampfli


 

Lyrische Ein- und Aussichten
Lebenserfahrung mit tiefgründigem Humor

Die Natur ist für den Dichter Niklaus Zemp wichtiger Lebensraum und Lehrmeister zum Verständnis der menschlichen Natur. Das Leben ist vergleichbar mit dem ewigen Jahreskreislauf, mit seinen Stimmungsschwankungen von Rauf und Runter und seinem Aufleuchten und Vergehen. Es muss ergriffen und begriffen werden in Freiheit und Lebenslust. Wie im Leben gibt’s in der Natur eine bunte Vielfalt an Wegen und Irrwegen. Und so gerät jeder Mensch wie ‹Friese› in die Krise.

Ohne Wimpernzucken registriert der feinfühlige und realistische Dichter neben dem paradiesischen Blumenhimmel auch die Kuhfladen auf dem Weg. Die Sehnsucht nach Beheimatung treibt den Städter aufs Land und in die Berge, wo der Bach auch Krach macht und er die erhoffte Stille (Geist Gottes?) auch nicht aushält.

Doch wohin mit Frieses Krise? Annehmen! So ist es halt. Oder zum Dichter, der als neugieriger Journalist, Theologe, Seelsorger und Psychologe die Freuden und Leiden des Menschen bestens kennt. Warmherziges Mitgefühl gepaart mit Sach-Verstand und eingepackt in humoristischen Sprachwitz eröffnen seine Gedichte einen weiten Blick auf die Glücksversuchungen des Menschen im Hamsterrad des Lebens: immer neues Tun und Leisten, viel äusserer Schein statt  S e i n .

Hier erkennt der Dichter als lebenserfahrener Seelsorger, wie weit Wissen reicht und wie weit der Lebensweg zur Weisheit noch ist, zur Stille, zur inneren Ruhe. Er rät liebevoll zu aktiver optimistischer Gelassenheit, für Hoffnung aus Glaube, der auch durch die Nacht trägt. Das Buch verdichtet reiche Lebenserfahrung mit tiefgründigem Humor zu vielen Ein- und Aussichten.

Josef Erdin