Ernst Michael Kistler

Carte  Blanche 2016/11 von Ernst Michael Kistler
© 2016 by Ernst Michael Kistler

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Arktische Begehrlichkeiten

Der Klimawandel lässt die Rohstoffhändler tanzen:
Die Sonne strahlt die Panzerung des Eises weich!
Schon können Riesenbohrer Löcher in die Tiefen stanzen
und Gänge graben hinein ins neue Rohstoffreich.

Welch grosse Schätze lassen sich da unten finden!
Abertausend Rohstoffhändlerherzen hämmern laut.
Es freut sie, wenn Eispanzer aus der Welt verschwinden
und das Reich des Permafrostes unaufhörlich taut!

In zahlreichen Staaten fiebern die Begehrlichkeiten:
Der Schutz des Eiskompartimentes ist jäh in Gefahr.
Und während sie sich alle um die Nutzungsrechte streiten,
steigt der Druck der Luft erneut um ein paar Milli-Bar.

Was schert sie das Los von Bären und von Pinguinen
und was sonst noch alles in den Eispalästen lebt!
Wo es eisfrei wird, lässt sich leicht gutes Geld verdienen,
selbst wenn‘s den Meeresspiegel ein klein wenig hebt!

Die Welt von heute gehört den Mutigen und Aggressiven
mit ihrem gut geschmierten Herrschafts-Apparat.
Und beim Versaufen der Salomonen und der Malediven,
fliegen sie davon – schon lange mit Methanhydrat!

Aus potenten Bade- werden nahtlos geile Pol-Touristen,
geködert von Resorts aus blankgefegtem Eiszeitschutt.
Sie stolpern über Leichen und bleiben dennoch Optimisten
verherrlichen die Neuzeit und amüsieren sich kaputt.

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Kudzu oder Ein Hurra auf die Wachstumskraft

Ich bin Kudzu! Ach ja, für alle Kenntnislosen:
Bin ein Gewächs, das sich selbst zu einem Teppich knüpft,
mit einem unbeugsamen Hang zum Uferlosen,
das auch gerne über hohe Häuser hüpft!

Ich bin sicher nicht so schön wie Kletter-Rosen,
dafür mächtig stark und weiter nichts als grün und kühn.
Ich bin triebhaft, halte nichts von kleinen Dosen,
ach ja, und dufte auch nicht wie Jasmin!

Bin seit kurzem da. Und aus Asien gekommen!
Mit einem Pflanzenfreund, der freudig meine Nähe liebt!
Soeben hab ich einen ersten Ausflug unternommen
und will nun schauen, was sich so ergibt!

Ich häkle in sommerlichen Wachstumsschüben,
ich halte mich auf Ziegenalmen und an Dattelpalmen fest.
Ich überranke euch, mit kilometerlangen Trieben,
ich bin Kudzu, der sich nicht hemmen lässt!

Ich kann euch sozusagen kühle Schatten bringen,
jetzt, da sich euer Klima doch so uneingeschränkt erhitzt!
Ich kann den Krebsgang in angenehme Bahnen zwingen –
Euer Kudzu, der euch vor Sonnenbränden schützt!

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Entwicklung der Banken

Sie haben Ramsch verkauft und Boni abgezockt,
hoch gepokert mit faulen Derivaten!
Sie haben Leichtgläubige aufs glatte Eis gelockt,
Rücklagen für die Zukunft bös verbockt
von kleinen Firmen und Privaten.

Sie haben gecrasht und schreien nach dem Staat.
Der muss bezahlen und sie retten.
Sie schaffen Chaos und die Staaten haben den Salat.
Die Spekulanten schreiten flugs zur nächsten Tat,
mit ganz abstrusen Wetten!

Sie bereuen nichts und haben alle in der Hand,
zocken gar mit Gurken und Melonen.
Sie bringen kleine Sparer fast um den Verstand
und rauben skrupellos beinahe jedem Land
die Zukunft und zig Millionen!

Die Staatschefs tagen, sind ziemlich durch den Wind.
Sie wagen nichts und werden zu Komplizen.
Too big to fail! Da schwant es jedem kleinen Kind
wie abgrundtief wir in der Scheisse sind.
Die Lage wird uns striezen!

Sie haben Mist gebaut und die ganze Welt geschockt,
zur Freude der Ratingagenturen.
Die Staaten strampeln und werden abgeblockt,
herabgestuft, dass uns der Atem stockt,
von Scharlatanen und Auguren!

Sie sind Versager und trotzdem nicht reguliert.
Keiner weist ihre Gier in Schranken.
Die Börse wird mit neu gedrucktem Geld geschmiert
Und die Gesellschaft tagtäglich konfrontiert
mit Euroschwund und starkem Franken.

Sie spekulieren froh und sie sind nicht bereit
den irren Höllenritt zu stoppen.
Selbst ihre Kontrolleure verstärken ihr Geleit,
sie wissen alles, sind bestens eingeweiht
und raten uns zu Shoppen!

Staats- und Steuermänner jonglieren fürwahr elegant
mit astronomisch hohen Summen.
Wir sind fasziniert und durchs Band gespannt.
Das Ende ist uns nicht völlig unbekannt:
Die kleinen Fische sind zuletzt die Dummen!

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Furioser Falschfahrer

In der Eurozone herrscht Verkehr.
Und zwar auf weiter Flur.
Ein Fahrer tut sich damit schwer,
und sein Vehikel stellt sich quer,
und wählt die falsche Spur!

Was auf ihn zukommt, quält ihn sehr
und macht ihn sogleich stur!
Er meint, den Kurs bestimme er,
und nicht das tumbe Fahrerheer
auf der verflixten Gegenspur!

Und so kommt es nicht von ungefähr,
zum Crash auf dieser Tour.
Das nimmt den Lenker tüchtig her,
und verbeult auch seinen Wagen sehr –
und beide müssen in die Kur!

Der Schädel brummt, er fühlt sich leer,
weiss nicht mehr, wie er fuhr,
irrt im Freizügigkeitsverkehr umher,
gerade er, der Superheld der Gegenwehr,
isoliert sich zur Witzfigur!

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Gehorsam der Lämmer

Ein Lamm muss wissen, was es ist,
und wie weit es seine Kräfte tragen.
Es orientiert sich an seinem Bohnenmist,
vermeidet es, die Welt zu hinterfragen,
und ist froh, wenn es der Wolf nicht frisst!

Ein Lamm ist artig, folgsam, brav,
und zu jeder Zeit bereit zum Nicken,
macht niemals, was es träumt im Schlaf,
verklemmt jedes Bocken, jedes Zicken
und weiss, sonst wird aus ihm kein Schaf!

Ein Lamm blökt nie im Ärgerton
und ist mit seinem Trog zufrieden.
Ein Lamm hat wenig Bock auf Rebellion,
nichts, worin sich zwei unterschieden,
denn eins gleicht dem andern wie ein Klon!

Lämmer glauben, was der Hirte sagt,
lieben alle, die den Stall gestalten.
Auch das Lamm, das dürre Hälmchen nagt,
bleibt bereit, treuselig sowie unverzagt,
noch den Zwang für Partnerschaft zu halten!

Lämmer vergöttern jeden, der da gibt,
sind im Bilde wie die Gräser stehen.
Auch wenn ein Zweifel Schatten schiebt,
die Formel gilt: Wer gibt, der liebt,
und ein Schwacher muss verhalten gehen!

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Scheinwelten

Hat jemand Münzen oder Scheine
bei steigendem Vermögensstand,
macht er sich eiligst auf die Beine,
kauft Tulpenzwiebeln, Sportvereine,
oder da und dort ein Stückchen Land,
bringt jedenfalls und kurzerhand
seine Wertschöpfung ins Reine!

Selten sind Schafe oder Schweine
anlagemässig ein Entscheidungsfall!
Wer klug ist, setzt auf Spitzenweine,
Limousinen, Elfenbein und Edelsteine;
und oft wird ein Künstler mit dem Ball
zum begehrten Pferd im Handelsstall
und rentiert fast von alleine!

Manch einer strafft die Hinterbeine
bringt sich und andere in Schwung.
Bei Spiel und Spass im Palmenhaine,
hält er sich Häschen, schmucke, feine,
die lockern Geld, die machen jung –,
denn auch Profite brauchen Dung –,
sonst gibt es höchstens kleine!

Die Welt des Geldes kennt Gemeine,
Gerissene und manche falsche Haut,
zu viele Köpfe tragen Heiligenscheine,
weisse Hemden, Schlipse, selten keine.
Doch wer nicht auf deren Finger schaut
und ihrem Blendwerk fromm vertraut,
fällt tief und meistens ohne Leine!

Man gründet Banken so zum Scheine,
auch Firmen mit dem gleichen Zweck.
Die verherrlicht man als Meilensteine,
doch in Wahrheit sind es Totenschreine!
Damit karrt man Vermögen in den Dreck
und da sind Freuden und Finanzen weg
und Rückerstattung gibt es keine!

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Seltsame Krankheitsbilder

Du fühlst dich krank – besonders in den Eingeweiden
und möchtest wissen, was dich in manchen Nächten plagt.
Denn du kennst noch keinen Namen für dein Leiden;
was eines Tages direkt an deinem Selbstwert nagt.

Du schickst dich nun an, Diagnosen aufzuspüren
und suchst Krankheitsbilder im dafür geschaffenen Index,
lässt dich durch ein Gewirr von Möglichkeiten führen
und erkundest alles über jedes mögliche Gewächs.

Du forschst nächtelang bis in die Morgenstunden
Du liest und nicht alles, was du aufsaugst, macht dich froh.
Aber schliesslich hast du ein Krankheitsbild gefunden.
Es trifft dich und du schaffst es grade noch aufs Klo!

Folglich gilt es, eiligst eine Therapie zu finden
und die Plausibelste nimmst du letztlich streng beim Wort!
Bloss der gelingt es nicht, dein Malheur zu überwinden
und so diagnostizierst du ewig weiter! Und so fort!

Gut, meldet sich geläuterte Vernunft beizeiten
und überzeugt dich: Mensch, dein Verhalten ist gestört!
Was sie an Symptomen aufzählt, ist nicht zu bestreiten.
Es ist der Zeitgeist, der sich gegen dich verschwört!

Eine späte Einsicht lässt dich alsdann erkennen,
wer die Krankheitsbilder geschaffen und beschrieben hat.
Du verbietest dir, die Begriffe öffentlich zu nennen,
denn du hast alles, was du findest, gründlich satt!

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Der Glühfaden

Der Faden glüht! Welch ein Jubel, als der Erfinder das entdeckte:
Der Mensch trat aus dem Dunkel und badete im Licht!
Und in den Chancen, die die Verlängerung des Tages weckte,
im Einfallsreichtum, der nach leichtem Leben schmeckte:
Ohne Glühbirnen gäb‘ es wohl viele Honigmonde nicht!

Welch ein Wunder, dass der Faden ohne Rast und Ende brannte!
Noch nach Jahren hob eine gute Birne Finsternisse auf!
Es entstanden Paradiese, die der Mensch zuvor nicht kannte,
und Eifer, mit dem er zum konstanten Fortschritt rannte,
ins Universum des Konsums. Nur nicht zum Birnenkauf!

Als der Gewinn der Birnenfabrikanten somit in den Keller sackte,
beschlossen die in einer brancheninternen Konferenz
das Kartell für eine Strategie, welche die Probleme knackte,
worauf der Kluge spröde Fäden in seine Birnen packte –
und so kam es zur wachstumsrettenden Obsoleszenz!

Und weil nun eine Birne allerhöchstens tausend Stunden glühte,
kehrten die schönen Ab- und Umsätze in der Tat zurück!
Worauf dann, weil sich jeder Fabrikant um Disziplin bemühte,
selbstverständlich das Geschäft ein zweites Mal erblühte.
Zumindest eine Weile. Und für das Fabrikat im Glück.

Man weiss, dass dieses Beispiel allen die probate Lösung brachte,
sodass endlich das perfekte Perpetuum mobile entstand
und man die Lehre vom Wachstum im freien Markt erdachte
und die begrenzte Welt zum Stern des Wohlstands machte –
womit sich dann auch Gott in Menschenhand befand!

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Bekennerbrief aus dem Tierreich

Es stimmt, hin und wieder lassen wir euch beissen,
vom einem Steinfisch, einer Schnappschildkröte.
Zugegeben, manchmal lassen wir auch Lämmchen reissen,
von einem Rudel Wölfe in der Abendröte!

Trotzdem solltet ihr euch nicht so barsch beklagen,
denn öfter führen wir auch Besseres im Schilde:
Rothirsche beispielsweise könnt ihr lediglich noch jagen
dank gutem Nachschub aus der Nachbargilde!

Tatsächlich solltet ihr nicht gleich vor Zorn erröten,
oft sind nicht wir der Grund an der Misere!
Ihr könnt, im Ernst, sehr viel besser und perfider töten;
mit Mikroplastikteilchen oder Lärm im Meere!

Wir hören täglich Klagen von Walen und Delphinen,
sehen Eisbären, Elefanten mit besorgter Miene!
Wir fischen tote Fische aus den Strom- und Schiffturbinen
und kennen das Desaster eurer Honigbiene!

Gegen euren Müll, den Beton, die Plutoniumfrachten,
machen wir jetzt einfach unsere Gegenzüge!
Wir lassen uns nicht länger nur als Rohstoffgut betrachten,
respektive Störfaktoren in eurem Weltgefüge!

Kommt uns bloss nicht mit euren tollen Jagdvereinen
und eurem rigiden Regelwerk im Wildgefilde!
Wir warnen euch! Vor allem von den unbekannten Kleinen;
erwartet da bloss keine Gnade oder Milde!

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Nacktwanderer

Sie halten sich für kühn, herausragend gut gelungen!
Supertypen. Trendsetter. Originell und speziell!
Sind sie erst frischesüchtig in die Wildnis vorgedrungen,
lustwandeln sie entblösst bis auf ihr pfirsichzartes Fell.

Sie fühlen sich wie artverwandte Tiere, beinahe Natur pur,
obwohl sie niemals auf ungeschützten Pfoten gehen.
Das verrät der Abdruck ihrer Wanderstiefelsohlenspur: 
Ihre Rettungsleine, falls sie Wegmarken übersehen.

Taufrische Lüftchen bringen ihren Blutkreislauf in Schuss.
Man erkennt es an der Rötung ihrer aufgerauten Haut.
Doch was bewirkt beim Nacktwandern den Naturgenuss?
Womöglich, dass man zähneklappernd schärfer schaut?

Dass sie das Schamgefühl der Sesshaften hier verletzen,
kapieren nackte Ärsche vor lauter Egozentrik nicht.
Würden Älpler spasseshalber Sennenhunde auf sie hetzen,
käme das als grober Unfug hingegen sicher vor Gericht!

Sie ignorieren, dass ihre Heimsuchung kaum schicklich ist.
Für sie zählt nur, was sie als Naturalisten selber wollen!
Bei Licht betrachtet ist ihre Sportart jedoch nichts als Mist;
kaum wert, ihr so viel Aufmerksamkeit zu zollen!

Sie verklären ihr Tun und Treiben philosophisch elegant,
sind stolz auf sich, fühlen sich besinnungslos modern,
bewegen sich selbst mit Stummelschwänzen berggewandt
und glauben, man sähe ihre Gattung rudelweise gern.

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Land der Unbeirrbaren

Nationale Mythen für die Wahrheit halten:
Den Kopf in den Sand der Ideologie gesteckt!
Die Reise in die Zukunft mit Fehleinschätzungen gestalten.
Noch die letzten Lügen lüstern aufgeschleckt:
Hinein ins Vergnügen bis man verreckt!

Dem Selbstzweifel keinen Zipfel zugestehen.
Von durchdringenden Signalen nicht geweckt!
Vernünftige verspotten und sie als Hasenfüsse schmähen.
Das faulende Gebiss noch gegen sie gebleckt:
Hinein ins Vergnügen bis man verreckt!

Das Bewusstsein für Unrecht unterdrücken;
Täterspuren dank geheimen Regeln zugedeckt!
Das Rechtsverständnis anderer salopp zur Hölle schicken;
verschleiern, was die eigene Kultur bezweckt:
Hinein ins Vergnügen bis man verreckt!

Der Überlegenheit der eignen Art vertrauen.
Gegenüber anderen Häme ins Gesicht gesteckt!
Ein Märchenparadies mit kühn ertrogenen Steinen bauen,
das rund um die Welt nur Missgunst weckt:
Hinein ins Vergnügen bis man verreckt!

Dichtmachen und sicher keine Federn lassen.
Schönreden, was manches weisse Hemd befleckt!
Den Einsichtigen als heimatmüden Schwächling hassen.
Auch wenn der Welt die Art nicht schmeckt:
Hinein ins Vergnügen bis man verreckt!

Die Zeit zum Handeln voller Groll versäumen.
Statt einzulenken neue Winkelzüge ausgeheckt!
Verstaubte Träume stramm bis an ihr Ende träumen.
Den Nationalstolz unbeirrbar hoch gereckt:
Hinein ins Vergnügen bis man verreckt!

Just bei sämtlichen Problemen sich verspäten.
Die Welt als Komplott von Feinden aufgedeckt!
Beim lieben Gott um Segen, Gunst und Eigenvorteil beten.
Und dann mit Engelszungen frisch drauflos gezeckt:
Hinein ins Vergnügen, bis man verreckt!

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Zielgruppe für den Markt (Senioren)

Fühlst du deine Jugend aus den Gliedern schwinden,
vor allem aus dem einen, das die Arterhaltung garantiert,
dann lassen sich mit Leichtigkeit probate Mittel finden,
damit die alte Lust am Bauch auch fürderhin pulsiert!
Falls dich deine müden Füsse nicht mehr sicher tragen,
verzweifle nicht, installiere lieber einen Treppenlift!
Wollen deine grauen Zellen dir ihren Dienst versagen,
dann hilft gewiss der Griff zum wohlfeilen Gegengift!
Plagen dich Besenreiser und am Nasenflügel Cuperosen,
findet sich im Arsenal der Kosmetik gewiss guter Rat.
Folge diesem und kuriere dich mit extra hohen Dosen
und das Schicksal hält postwendend Besserung parat.
Die Fehde gegen Falten, Haarausfall und Altersflecken
ist dank Wundersalben längst nicht mehr aussichtslos!
Speckgürtel kannst du in jedem guten Tuch verstecken!
Mit Kraftkuren erstarken schlaffe Bizeps ganz famos!
Bei Harndrang in der Nacht gibt‘s Latschenkiefertropfen
(die nützen auch bei Blasenschwäche oder Insuffizienz).
Und wenn Herzmuskeln nur mehr sprunghaft klopfen,
legt dir jeder Apotheker Stimulanzien auf die Kredenz!
Du kannst dich gegen alles wappnen und auch impfen.
Du hast die Wahl! Vielleicht liftest du dich besser fit,
statt dich zu ärgern und das Schicksal zu beschimpfen,
denn das schadet nur und nimmt die Organe übel mit!
Die besten Zaubermittel lassen sich wie Bonbons lecken.
Gegen Schnarchen allerdings hilft nur das separate Bett.
Senkfüsse musst du in orthopädische Pantinen stecken.
Du siehst: Der Markt macht deine Schwächen wett!
Leider gibt es Dinge, die jedes schöne Bild verderben.
Das übelste von ihnen ist mit Sicherheit ein trüber Tod.
Und weil Menschen nicht an Schönheitsfehlern sterben
bleibt das Vertrauen in die Zaubermittel relativ marod.
Umso mehr umgarnt der Markt das Heer der Senioren,
das noch erlebnisgierig und bereit für Selbstversuche ist.
Das blühende Geschäft mit Kuren, Salben, Rollatoren,
beweist dir, dass du zur Zielgruppe aufgestiegen bist!

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