Carte Blanche 2014/06 von Margo Fuchs Knill
© 2014 by Margo Knill Fuchs Knill, Leuk

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Himmel

Himmel, ja ist überall
überall – auch anders

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Ich möchte besonders sonntags
barfüss in die Pfützen treten
und die Spritzer erstaunt anlachen.

Ich möchte mich an ein frohes Tagen binden
und mich vom Hoffnungsschimmer
am fernen Horizont krönen lassen
selbst wenn die Krähe auf Nachbars Dach
sonnelose Zeit verkündet.

Himmel, erschliesse dich
nimm mich an deine Wölbung
lass mich die Hände falten
wie als Kind
seiner Eltern gewiss

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Himmel, reiss auf
nimm den Tag in dich hinein.

Nichts war wie es wird
alles vergeht auch anders.

Himmel, zieh mich hoch
öffne deine blaue Fassade
lass mich ins Weiter sehen
auch wenn nichts dahinter steckt.

Einen Fetzen Himmel für mich
es hat genug für alle
Sterngucker, Nachtwandler
Tagestrunkene.

Der Himmelssaum
so tief gesunken
dass ich meine den
Himmel stützen zu müssen
mit einem bitter-süssen Lächeln.

Es gibt dich doch Himmel
auch wenn dein Blau
auf meinen Schultern ruht.

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Schicken wir
die angeschwärzten Gedanken
ins Pfefferland
möge der Kuckuck sie holen
sollen sie vor Reue und
Wehmut aufheulen.

Geben wir
dem Mann im Mond eine Chance
stecken wir uns einen
goldenen Stern ins Haar
rutschen dem grauen Alltag
den Buckel runter.

Nehmen wir
unser pochendes Herz ernst
es klopft kein zweites an.

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Pflück dir den Frühlingsanfang
greif himmelwärts
nach den üppig grünen
Moospolstern
auf kahlen Astgabeln.

Auch du kommst
auf einen grünen Zweig

aus Ein Stück Himmel, bitte›. Chamaeleon, 2008

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