Emblem

Ist heute eine Zeit für Embleme? Fragten wir den Literaturwissenschaftler Emmanuel Paul Kerkergrad. Er ist der Autor des kürzlich veröffentlichten Buches: Der Weg des Symbols in das Symbol (Taschen 2014). Hier eine stark verkürzte Version unseres Interviews. Pro Lyrica: Herr Kerkergrad, in Ihrem Buch schreiben Sie von der Notwendigkeit des Symbols. Ich zitiere: «Wäre das … Weiterlesen "Emblem"

Weiterlesen

Erhabene

Erhabene, das Das Schöne ist bekömmlich wie ein Luxemburgerli von Sprüngli. Das Erhabene ist erschreckend und erfreulich wie eine von Obamas Drohnen. Das Schöne ist sinnlich und in der Welt, das Erhabene eher nicht.  In unserer modernen Welt voller ‹Shock & Awe› erscheint das Schöne als konsumierbares Endprodukt: mit Silikon abgefüllte Brüste, abgerundete Fahrzeuge, abstrakte … Weiterlesen "Erhabene"

Weiterlesen

Epigramm

Schmerzhaft sind Bienen-, Dornen- und Dichterstiche. Scherzhaft findet sie der Handelnde; der Empfindende ist empört. Was worauf geschrieben ist, wie es im Griechischen heisst (Epigramm), hat immer eine Richtung, zur Widmung, zum Spott oder zur Kritik. Die Gedichtform, deren Eigenheit meist gegensätzliche Überspitzungen und überspitzte Gegensätze sind, die in kurzen Distichen vorgebracht werden, hat in … Weiterlesen "Epigramm"

Weiterlesen

Erbe Klopstocks

Moderne Lyrik, die Erfahrung des Holocaust und der Atombomben über Japan gegenwäartig haltend, lebt stärker als das 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts vom uneingestandenen Erbe Klopstocks, dessen Merkmale folgende sind: 1. Freie Rhythmen: Klopstock hat vor allem in seinem Oden-Schaffen wesentlich zur Etablierung dieser lyrischen Strömung beigetragen, die dann im 20. Jahrhundert wirkmächtig … Weiterlesen "Erbe Klopstocks"

Weiterlesen

Enjambement

Engel fallen und Wörter. Die einen werden aus dem Himmel geworfen, die andern aus dem Vers gestossen. Die einen in den nächsten Vers, die andern auf die Erde. Um sich zu retten, springen die meisten Wörter, kurz bevor sie gestossen werden. Lyriker, die den Zeilensprung anwenden, sprengen die Vers- und häufig auch die Metrumsgrenzen: sie … Weiterlesen "Enjambement"

Weiterlesen

Elegie

Die Elegie ist ein wandelnder Beweis der Wandelbarkeit poetischer Formen. Ursprünglich als Klage- oder Wehmutsgesang entstanden, jedoch nicht mit dem Zerreissen der Kleider und dem Streuen von Asche auf das Haupt in Verbindung zu bringen, wurde das meist in der Form des elegischen Distichons abgefasste Gedicht unter Ovids prägendem Einfluss zur stilvollen Beschwörung erotischer Sehnsucht … Weiterlesen "Elegie"

Weiterlesen

Erfindung

Das Gegenteil von Kopie oder Realität. Hat ungerechtfertigterweise einen schlechten Leumund. Was ausserhalb des naturwissenschaftlich-technischen Reichs erfunden wird, gilt gemeinhin als Betrug oder Lüge. Dies muss sowohl sprachgeschichtlich als auch poetologisch vehement bestritten werden. Erfindung ist ‹auf etwas stossen, treten› oder eben ‹kommen› und trägt noch im Mittelhochdeutschen auch die Bedeutung des Erkennens (‹gewahr werden›) … Weiterlesen "Erfindung"

Weiterlesen