Palindrom

Ein Palindrom tritt auf, wenn Lateiner und Araber sich treffen und vereinen, also eine Ehe (lies rückwärts, Leser!) eingehen. Der Palindromistologe grübelt weiter und erkennt, die Lateiner haben ihre Schreibrichtung von links nach rechts, das Arabische geht, wie auch das Hebräische, als eine der semitischen Schriften von rechts nach links – voilà. Die Griechen waren da variabler; bei ihnen ging es in beiden Richtungen… Ach so, seufzt der sprachkorrekte Lyrikfreund, – Multikulti.

Palindrom stammt aus dem Griechischen und bedeutet rückwärts laufend, was eigentlich etymologisch ungenau ist, da das Palindrom ja auch vorwärts läuft. Es ist damit eine Spezialform des ‹buchstabenzerrüttenden› Anagramms. Interessant wird’s dann, wenn die Worte vorwärts und rückwärts eine unterschiedliche Bedeutung bekommen z.B. das bekannte: Leben-Nebel…

Beispiele: Deutsche Wort-Palindrome – wir lassen jetzt die Zahlenpalindrome einmal beiseite, das ist Sache der Informatik und Genetik – sind zum Beispiel Otto und Rentner. Das längste deutsche Palindrom ist laut Guiness-Buch der Rekorde Reliefpfeifer. Länger noch als dieses ist jedoch Retsinakanister, ein wichtiges Wort für griechische nicht-nüchterne Pauschaltouristen. Als längstes palindromfähiges Alltagswort gilt das finnische Saippuakivikauppias (Seifensteinverkäufer). Es findet vorwiegend beim Ein- und Ausgang der berühmten Saunen Anwendung…

Schwieriger und mady by Dichters und Sprachspielers Hand sind die Satzpalindrome: Basel las alles ab, des Schweizers F. P. Ingold ist so ein Besipiel. Auch ganze Gedichte sind als Palindrome geschaffen worden (Georges Perec). Der Palindromierbarkeit soll also keine Grenze gesetzt werden: O Genie, der Herr ehre dein Ego!  JW

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