PRO LYRICA AUTORENTREFFEN UND LESUNG WINTERTHUR

KURZBERICHT VON THOMAS HAKER |

In der Winterthurer ‹Residenz› von PRO LYRICA – Gemeinschaft Hard, Kafi&Saal – trafen sich am Samstag, 17.9.2022 einige Schreibende zum Hören und Lesen ihrer Gedichte, zum Austausch ihrer Gedanken über Lyrik und Erlebtes.

Danilo Silvestri nahm die Zuhörer zu anderen literarischen Gattungen kurz hinter der Grenze zur Lyrik mit: Miniaturgeschichten, kleine Stücke, sprachliche Akrobatik. Wodurch grenzt sich Lyrik von anderen Literaturgattungen ab? Wie können die Verwandtschaftsverhältnisse in diesem Grenzbereich gestaltet sein, welche Desaster und Möglichkeiten können sich ergeben? Ist der Begriff Gedicht überhaupt wichtig oder wäre es nicht, im Gegenteil, sogar vielversprechend, sich davon zu lösen, um wirklich etwas Neues schaffen zu können, gerade wenn man an die Kraft der Sprache glaubt?

Ursula Sommers Vortrag führte zur Diskussion über die reiche, sprachliche Bildwelt im Dialekt und über Kollisionen, die entstehen können, wenn sich Sprachen unabhängig voneinander entwickeln und dann aufeinandertreffen. Anlass zum Nachdenken darüber war das Wort ‹Applikation›, das sich aus dem lateinischen ‹applicatio› entwickelt hat, nun im Züeridütschen ‹Flicken›, als Anglizismus hingegen ‹Anwendung› bedeutet.

In Guido August Holsteins Gedichten fanden die Zuhörer kleine Perspektivwechsel, die mitunter so groß wurden, dass das Gedicht eine absurde Pointe fand. Der Diskussionsfaden fand seinen Weg bis zur Frage nach den Möglichkeiten der Vermittlung von Gedichten. Konsens war dabei, dass sich eine emotionale Beziehung zum jeweiligen Gedicht entwickelt haben sollte, bevor eine rationale Analyse unternommen wird, dass also Begeisterung an Lyrik die Energie für alles Weitere ist.

Der gemeinsame Nachmittag klang im empfehlenswerten Restaurant Bocciodomo Winterthur bei Pizza, Bier und Wein in den Abend aus.

alle Fotos © 2022 Rolf Zöllig  CC BY-NC-ND 4.0

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