Reim

Das Spiel mit gleich oder ähnlich lautenden Wörtern kennen schon Kleinkinder; die Dichter haben es zur Blüte getrieben. Der Reim als Stilmittel in der Lyrik hat zwar seit dem Aufkommen des freien Verses an Bedeutung eingebüsst, gilt aber weiterhin als eines der Kennzeichen poetischer Rede. In gewissen modernen Lebens- und Kunstäusserungen wie dem Rap ist er gar konstituierendes und strukturierendes Element. Im Wesentlichen versteht man unter einem Reim das Aufeinandertreffen eines Gleichklangs in zwei Wörtern, die meist am Ende eines Verses stehen. Der Gleichklang umfasst im Normalfall zwei Silben, wovon eine betont ist: Kragen / Schragen. Der Reim tritt in unterschiedlichem Reichtum (Brentano: Tanz durchs Dunkel / Glanzgefunkel) und Reinheit (Müssen/Küssen, Küssen/Grüssen, Grüssen/Schliessen, Schliessen/Schlieren) auf. Auch seine Stellung im Vers ist veränderlich: vom Eingangs- über den Binnen- bis zum Ausgangsreim. Aufgrund seiner ausgesprochenen Vielfalt, Musikalität und Flexibilität sind dem Reim in lyrischem Dienst kaum Grenzen gesetzt.

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