Übersetzung

‹Und der Regen redet / In der Sprache, von welcher ich glaubte, / Niemand kenne sie ausser mir›, erkannte Günther Eich 1955. 

Seit Bücher den wenigen und schliesslich den meisten verfügbar wurden, und vielleicht schon davor, spricht der Lyriker von den Büchern und den Buchstaben, die er in der Natur oder, allgemeiner, im Leben zu lesen verstehen glaubt. Er ist meist überzeugt, seine aus dem Buch des Lebens übersetzten Verse seien notwendig und müssten daher angehört werden. Es ist dies sogar manchmal eine wesentliche Quelle poetischer Legitimation: für die Normalsterblichen den Mehrwert zu verdeutlichen und verdeutschen, für uns der Unterhaltung allzu Empfänglichen die ungewissen und veränderlichen Wahrheiten einer Perspektive, die als Weltsicht getarnt auftritt, vorzuhalten, vorwurfsvoll oder ironisch. 

Und mag der Übersetzer auch in den meisten Fällen ein Lügner und Betrüger sein, seine Aussagen stehen mit einer gewissen Dauer im Gegensatz zum Unbestand unserer eigenen, alltäglich-täglichen Aussagen, denen wir gerne universale Gültigkeit zusprechen, vor allem in Momenten der Unsicherheit und des Zweifels, und sie bestehen so im Wind der Zeitgenossenschaft. 

Doch bleibt eine Frage im Raum: in welcher Sprache ist denn dieses famose Buch verfasst?  OF

(Der Webpublisher hat hier in doppelter Hinsicht löschend eingegriffen und Sie, verehrter Leser, vor einer lange Abhandlung über Platon und Aristoteles, Leibniz und Hobbes, Kant und Wittgenstein bewahrt oder geschützt …)

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