Zäsur

Auch Dichtung ist Mäeutik oder zu Deutsch: Hebammenkunst, weshalb die Zäsur, der sprichwörtliche Kaiserschnitt in und an einem Vers, auch in diesem Glossar nicht fehlen darf. Der Lyriker greift mit Zäsuren, den Hieben oder Einschnitten mitten im Vers oder gar mitten im Metrum, bewusst ins wörtlich-prosodische Geschehen seines Gedichts ein. Dabei geht es meist um eine Hervorhebung von Sinn- oder Bedeutungszusammenhängen. Gewisse tradierte Metren haben eine Zäsur generisch eingebaut und sie evolutiv als konstituierendes Merkmal im dichterischen Überlebenskampf bewahrt (s. Alexandriner), während andere, ‹modernere› auch den Zeilenfall dazu benutzen (ganz im Sinne Klopstocks: zer / schneiden oder ent / fallen).  OF

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