Slam Poetry

Nicht ausschliesslich mehr einer nur jungen oder jugendlichen Verfasserschaft und Publikum zuzuordnen, hat sich die Slam Poetry zu einer eigenen Literaturgattung ausgebildet, die in der Öffentlichkeit grosse Aufmerksamkeit findet. Die vorgetragenen Texte können sowohl lyrisch, rhythmisch und reimtechnisch ausgebildet sein, oder einfache, meist biografische Begebenheiten aus dem Leben des Slammers poetisch-ironisch überhöhen – was letztlich zählt, ist die Performance des Slam-Künstlers, die kämpferische Darbietung eines Textes. Damit stellen sich die Slammer in die lange Traditionslinie der „oral poetry“, die von den griechischen Sängern bis zu den keltischen Barden reicht, und grosse Entsprechungen im Rap findet.

Die Slam Poetry hat sich in den letzten Jahren in die Richtung der Kleinkunst, des Kabaretts entwickelt, wie namhafte Schweizer Slammer beweisen, etwa Gabriel Vetter mit seinem jüngsten Programm („Wo die Sau aufhört. Eine literarische Hundsverlochete“). Eine weitere Entwicklung ist die zunehmende Professionalisierung der Szene, mit einigen herausragenden Vertretern wie Laurin Buser (s. Interview mit der Tageswoche) oder Renato Kaiser.

Der Poetry Slam selbst ist eine Veranstaltung, an der mehrere Slammer um die Gunst des Publikums kämpfen, das die Texte und für sie auf die Bühne stehenden Slammer entweder mit Applausstärke oder mit Noten  bewertet. Der Gewinner des Slams erhält eine Flasche Whisky, die er mit seinen Mit-Slammern und dem Publikum teilt. (Eine Geschichte mit Einbezug der Schweizer Szene findet sich auf der Webseite Poetryslam.ch.)  OF

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